Diese Artikelsammlung mit 20 Seiten von Seite 1-20 gibt eine Vielzahl an Beispielen der Darstellung Jesu von den ersten Christengemeinden bis zur modernen Kunst. Diese Sammlung eignet sich auch für eine Gruppenarbeit, da die Positionen im Bilderstreit vorgestellt werden. Argumente für und gegen die Darstellung Gottes und Jesu werden formuliert und können z. B. in einem nachgestellten Konzil als Podiumsdiskussion angelegt werden. Dabei würden Bischöfe und Theologen Argumente zum Umgang mit Kunst im Christentum austauschen und sich für oder gegen die bildliche Darstellung positionieren.
Die Bilder sind dem Christentum nicht in den Schoß gefallen. In den ersten zwei Jahrhunderten waren Bilder in den Gemeinden weitgehend tabu. Alle Bilder, die wir angeblich aus dieser Zeit haben, sind Legendenbildungen zur nachträglichen Rechtfertigung der späteren Bilderpraxis. Die Erzählung vom Maler Evangelisten Lukas, der die Madonna porträtierte, gehört ebenso zu den späten Legendenbildungen wie die Geschichte vom Schweißtuch der Veronika oder auch die Abgar-Legende. Sie alle dienten nur einem Zweck: die Existenz von Bildern im Christentum unangreifbar zu machen. Denn von Anfang an gab es die mehrheitliche bilderkritische Fraktion im Christentum, deren Spuren sich in der reformierten Kirche bis heute erhalten haben. Eusebius von Caeserea (263–339) kann Bilder noch umstandslos verwerfen,7 obwohl sie zu seiner Zeit sicher schon in Gebrauch waren. Tatsächlich ergab sich die Notwendigkeit eines geregelten Umgangs mit Bildern aus den alltäglichen Erfordernissen: Kaufleute mussten Verträge besiegeln, Tote wurden in geschmückten Katakomben beerdigt.