Im theologischen Teil beziehen sich die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche auf die unveräußerliche Würde jedes menschlichen Lebens. Sie betonen, dass jedes Leben von Gott geschaffen und geliebt ist und daher nicht nach seinem Gesundheitszustand bewertet werden darf. Der Wunsch, nur ein gesundes Kind auszutragen, wird als sittlich problematisch gesehen, da die pränatale Diagnostik leicht zu einem Automatismus führen könne, der Schwangerschaftsabbrüche bei vermuteten Krankheiten begünstigt. Damit drohe eine gesellschaftliche Entwicklung hin zu Selektion und Diskriminierung von behindertem Leben.
Die Aufgaben des Materials fordern die Schülerinnen und Schüler auf, sich über die aktuellen medizinischen und rechtlichen Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik zu informieren, die kirchlichen Argumente zu analysieren und aus verschiedenen Perspektiven – der Eltern, der Kirche und von Menschen mit Behinderung – zu reflektieren, welche moralischen und gesellschaftlichen Fragen sich daraus ergeben. Dabei sollen sie insbesondere die Risiken einer Diskriminierung behinderten Lebens bedenken.