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Religionen Podcast | Deutschlandfunk Kultur

Religionen Podcast | Deutschlandfunk Kultur

Mit Purity culture und Keuschheitsring gegen sexuelle Versuchung

Veröffentlichung:12.10.2025

Die Podcastfolge „Mit Purity Culture und Keuschheitsring gegen sexuelle Versuchung“ aus der Reihe Religionen beleuchtet ein religiöses Phänomen, das besonders in evangelikalen und freikirchlichen Kontexten der USA verbreitet ist, aber zunehmend auch in Europa wahrgenommen wird. Die sogenannte Purity Culture propagiert sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe, oft symbolisiert durch sogenannte Keuschheitsringe, Versprechenzeremonien oder spezielle Lebensstilregeln. Die Folge zeigt, wie diese Form religiöser Sexualethik entstanden ist, welche theologischen Argumente sie verwendet und warum sie für viele Jugendliche identitätsstiftend, für andere jedoch belastend oder traumatisierend sein kann. Gleichzeitig verdeutlicht der Podcast, wie eng Sexualität, Moral, Macht, Körperbilder und religiöse Sozialisation miteinander verbunden sind und wie vielfältig die Reaktionen junger Christinnen und Christen heute darauf ausfallen.

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Für den katholischen Religionsunterricht eröffnet die Folge einen sensiblen, reflektierten Einstieg in das Thema Sexualethik, ohne moralischen Druck aufzubauen oder normative Vorgaben zu reproduzieren. Da die Purity Culture ein fremdes, gleichzeitig aber medienpräsentes Phänomen darstellt, können Schüler:innen vergleichsweise distanziert diskutieren, bevor sie sich eigenen Positionen nähern. Die Folge eignet sich gut, um über unterschiedliche religiöse Körper- und Sexualitätsbilder ins Gespräch zu kommen und diese mit der katholischen Sexualethik, der biblischen Anthropologie und der Würde des Menschen in Beziehung zu setzen. Methodisch bietet sich ein behutsamer, dialogischer Zugang an: Schüler:innen können darüber sprechen, wie religiöse Gruppen Einfluss auf Körpernormen nehmen, wie Bindung und Freiheit in religiösen Kontexten ausgelegt werden und welche Folgen rigide Moralvorstellungen haben können. Die Sendung unterstützt eine differenzierte Auseinandersetzung mit Themen wie Grenzwahrung, Selbstbestimmung, Scham, Verantwortung und ganzheitlichem Menschenbild. Sie ermöglicht zudem eine kritische Reflexion darüber, wie religiöse Traditionen mit Sexualität umgehen und wie Jugendliche selbst tragfähige, realistische und lebensbejahende Vorstellungen von Beziehung, Liebe und Verantwortung entwickeln können. Wichtig ist dabei ein geschützter Raum, in dem keine persönlichen Offenlegungen eingefordert werden und in dem Vielfalt und unterschiedliche Lebensentwürfe respektvoll thematisiert werden.

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